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Einführung in die Wärmelehre
Im Folgenden sollen einige Begriffe erklärt werden, die für die Wärmelehre im
Heizungsbau von Bedeutung sein können. Die Erklärungen erheben keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, da die Wärmelehre eine sehr umfangreiche Disziplin darstellt.
Temperatur und Wärme
Die Temperatur ist ein Maß für die Wärmeintensität und somit für den Wärmezustand
eines Körpers. Untersucht man die Eigenbewegung der Atome und Moleküle eines Körpers
wird man feststellen, dass mit steigender Bewegungsenergie auch die Temperatur steigt.
Umgekehrt nimmt mit sinkender Bewegungsenergie auch die Temperatur eines Körpers
ab und erreicht bei – 273,15°C den absoluten Nullpunkt. Als Wärme wird die Bewegungsenergie
der Moleküle eines Stoffes bei ihrer ungeordneten Bewegung bezeichnet. Bei der Berührung
zweier Körper mit unterschiedlichen Temperaturen fließt die Wärme immer vom Körper
mit der höheren Temperatur zu dem Körper mit der niedrigeren Temperatur. Dieser
Wärmetransport erfolgt so lange bis ein Temperaturausgleich stattgefunden hat. Wärme
ist somit eine Transportform der Energie, die nur auftritt wenn eine Temperaturdifferenz
vorhanden ist.
Spezifische Wärmekapazität
Weiterhin besteht eine Abhängigkeit von der erwärmten Masse m und der spezifischen
Wärmekapazität c. Als spezifische Wärmekapazität wird die Wärmemenge bezeichnet,
die erforderlich ist, um die Temperatur der Einheit der Stoffmenge um 1K zu erhöhen.
Stellt man das gesagte in eine Formel zusammen ergibt sich: Q = m * c * Δt
Berücksichtigt man diesen Zusammenhang bei der Betrachtung zweier Werkstoffe mit
gleicher spezifischer Wärmekapazität, wie z.B. Schamotte und Speckstein, so wird
deutlich, dass nur durch die Erhöhung der Masse eine größere Wärmemenge gespeichert
werden kann.
Die Unterschiede der spezifischen Wärmekapazität bei oxidischen Werkstoffen
sind gering. Ein Schamottestein liegt bei 1,00 kJ/kgK und ein Magnesiastein, der
früher viel in Elektrospeicheröfen verwendet wurde, mit der höchsten spezifischen
Wärmekapazität c bei 1,09 kJ/kgK. Das bedeutet, dass bei gleichem Raumgewicht die
Variation des Werkstoffs nur zu einer Erhöhung der Speicherkapazität von max. ca.
9% beitragen kann.
Wärmeübertragung
Bevor auf die Berechnung der Wärmeleitfähigkeit eingegangen wird, sollen noch
einige Aspekte zur Wärmeübertragung erwähnt werden. Dies ist um so wichtiger, da
die Wärmeübertragungsvorgänge sehr komplex zu bestimmen sind und bei der Berechnung
der Wärmedurchgangs berücksichtigt werden müssen. Die Wärmeübertragung erfolgt bekanntlich
durch Konvektion, Strahlung und Leitung.
Wärmeübertragung durch Strahlung
Die Strahlungsenergie, die auf einen Körper trifft, wird von ihm nicht vollständig
absorbiert, sondern zum Teil auch wieder reflektiert. Ein theoretisch gedachter
Körper, der sämtliche auffallende Strahlung absorbiert ohne Teile zu reflektieren,
nennt man einen absolut schwarzen Körper.
Ein Körper hat aber nicht nur die Fähigkeit Strahlung zu absorbieren, er sendet
im gleichen Maße auch Strahlung aus und hat deshalb ein Emissionsvermögen. Während
für einen absolut schwarzen Körper das Emissionsvermögen gleich dem Absorptionsvermögen,
also 1 ist, liegt dies bei Graustrahlern <1. Als Graustrahler werden alle Werkstoffe
bezeichnet, die für alle Wellenlängen ein geringeres Emissions- als Absorptionsvermögen
besitzen. In Abhängigkeit vom Werkstoff werden sog. Strahlungskoeffizienten angegeben.
Da die Wärmeübertragung bei einem Graustrahler nicht im gleichen Maße wie bei
einem absolut schwarzen Körper erfolgt, müssen bei Berechnungen des Wärmedurchgangs
in einer Wand diese Unterschiede berücksichtigt werden. Als Ergebnis einer solchen
Berechnung ergibt sich die Wärmeübergangszahl, die das Verhältnis der Wärmeübertragungsverluste
eines Graustrahlers zu einem absolut schwarzen Körper bei entsprechender Temperatur
ausdrückt.
Bei Berechnungen von Wärmedurchgängen werden die Strahlungskoeffizienten aus
umfangreichen Tabellenwerken entnommen. Die Messung selbst ist sehr aufwendig und
nur unter Laborbedingungen durchführbar.
Da das Emissionsmaximum bei Raumtemperatur in der Regel im Infraroten liegt,
wird Wärmestrahlung oft fälschlicherweise mit Infrarotstrahlung gleichgesetzt.
Wärmeübertragung durch Konvektion
Die Wärmeübertragung durch Konvektion erfolgt durch Heranführung der heißen
Moleküle eines Gases an eine Oberfläche. Bei diesem Prozess müssen ständig neue
Moleküle nachgeführt werden, damit ein Wärmeaustausch erfolgt. Je lebhafter die
Bewegung eines Gases ist, um so größer ist auch die Wärmeübertragung durch Konvektion.
Grundsätzlich sind laminare und turbulente Strömungen zu unterscheiden.
Bei jeder Strömung bleiben Gasteilchen an der Wand haften. An ihnen schieben
sich andere Teilchen entlang, so dass keine Teilchen quer zu dieser Strömungsrichtung
Wärme an die Wand abgeben können. Es handelt sich dann um eine rein laminare Strömung.
Die Wärmeübertragung erfolgt nur durch Wärmeleitung. Wird die Strömung erhöht, bleiben
zwar auch Gasteilchen unbeweglich an der Wand haften, aber abhängig von der Wirbelbildung
bewegen sich auch Teilchen quer zur Strömungsrichtung und bringen Wärme an die dünne
Grenzschicht. Es handelt sich dann um eine turbulente Strömung. Die Wärmeübertragung
nimmt dann mit der Strömungsgeschwindigkeit bzw. Turbulenz zu.
Bei der Berechnung eines Wärmedurchgangs ist somit auch die Wärmeübertragung
durch Konvektion zu berücksichtigen, da Widerstände bei der Übertragung auftreten.
Die Berechnung der Wärmeübergangszahl ist sehr komplex, da die Strömungsgeschwindigkeiten
von sehr vielen Faktoren abhängen.
Wärmeübertragung in Baustoffen
Innerhalb
fester Körper findet der Wärmeaustausch durch Leitung statt. Innerhalb mineralischer
Baustoffe, die heterogen aufgebaut sind, erfolgt die Wärmeübertragung aber nicht
nur durch Leitung, sondern auch durch Strahlung und Konvektion in Abhängigkeit der
vorhandenen Porenräume, Temperatur, Temperaturdifferenz, Strömungsgeschwindigkeit
etc.
Messgröße für die Wärmeübertragung ist die Wärmeleitfähigkeit λ mit der Einheit
W/mK. Sie gibt an, welche Wärmeenergie durch ein Volumen von 1m² Fläche und 1m Dicke
bei einem Temperaturunterschied von 1K in einer Zeiteinheit von der wärmeren zur
kälteren Seite geleitet wird. Betrachtet man vor diesem Hintergrund den Aufbau der
mineralischer Baustoffe, so wird die Wärmeleitfähigkeit durch folgende Eigenschaftsmerkmale
beeinflusst:
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Rohdichte
Je höher die Rohdichte, desto höher die Wärmeleitfähigkeit. Je geringer
das Produkt aus Rohdichte und spezifischer Wärmekapazität, desto niedriger die
Wärmeleitfähigkeit und das Wärmespeichervermögen.
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Porosität
Je niedriger die Porosität desto höher die Wärmeleitfähigkeit. Die Höhe
der Porosität übt den größten Einfluss auf die Wärmeleitfähigkeit feuerfester
Baustoffe aus, da bei reiner Wärmeleitung die gasgefüllten Poren eine sehr niedrige
Wärmeleitfähigkeit im Verhältnis zum Feststoff besitzen.
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Chemische Zusammensetzung
Die Wärmeleitfähigkeit ist werkstoffabhängig und steht im Zusammenhang
mit der molekularen Bindung.
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Mineralogische Zusammensetzung
Je geringer die Korngrenzen, desto größer die Wärmeleitfähigkeit. Bei
großen Kristallen erfolgt die Wärmeübertragung durch Leitung in einem
orientierten Gitter. An den Korngrenzen oder innerhalb gestörter
Gitterstrukturen wird die Leitung unterbrochen. Die Herstellungsbedingungen
sind entscheidend für die Kristallgrößen.
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Kornaufbau
Je dichter die Packungsdichte der Körnung, desto höher wird die Wärmeleitfähigkeit
sein.
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Porenstruktur
Je kleiner die Porenräume, desto niedriger die Wärmeleitfähigkeit.
Ermittlung des Wärmetransportes in einem feuerfesten Stein
Es gibt eine Vielzahl von Messmethoden mit denen die effektive Wärmeleitfähigkeit
bestimmt werden kann. Die in Europa am häufigsten verwendete Messmethode ist das
Heißdrahtverfahren nach DIN EN 993-15. Bei dieser Messung werden automatisch die
Anteile der Leitung, Konvektion und Strahlung innerhalb eines feuerfesten Körpers
erfasst.
Die Messung wird an zwei Steinen durchgeführt, die sich an plan geschliffenen
Seiten berühren und in die ein Thermoelement in definierten Abstand zu einem Heizdraht
angebracht ist. Der Messaufbau wird in einem Ofen installiert, der auf die gewünschte
Temperatur gebracht wird. Ist ein statisches Temperaturprofil erreicht, wird dem
Heizdraht elektrische Energie zugeführt, was einen Anstieg der Temperatur in Abhängigkeit
der Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers zur Folge hat. Neben der Wärmeleitfähigkeit
wird bei diesem Verfahren auch rechnerisch die Temperaturleitfähigkeit bestimmt.
Somit kann bei bekannter Rohdichte die spezifische Wärme errechnet werden.
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