Elektroheizgeräte GmbH
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Die Wahrheit über Speckstein

In vielen Bereichen der Heiztechnik werden in der Werbung falsche Versprechungen gemacht. Dies geschieht teilweise aus Unwissenheit oder vorsätzlich. Was dabei schlimmer ist überlassen wir hierbei Ihrer Betrachtung.
Oft wird auf die “Natürlichkeit” von Speckstein verwiesen. Es ist uns schleierhaft, was an Speckstein “natürlicher” sein soll als an Schamotte, welches aus gebranntem Ton besteht und seit Jahrtausenden im Ofenbau verwendet wird. Weiterhin ist Speckstein in die Schlagzeilen geraten, da es im Verdacht steht, möglicherweise krebserregend zu sein.
Bei der Bewerbung von Speckstein werden einige Kennzahlen nicht richtig interpretiert. Der wesentliche Unterschied zwischen Speckstein und herkömmlichem Schamottematerial ist die höhere Rohdichte des Specksteins. Die Rohdichte von Speckstein liegt bei 2,7 bis 2,8 g/cm³, die von Schamott bei 2,0 g/cm³. Die spezifische Speicherkapazität liegt bei beiden Materialien bei 0,28 Wh/kgK (Wärmemenge je kg und je Kelvin Temperaturdifferenz). Das heißt, 1 kg Speckstein hat die gleiche Wärmespeicherkapazität wie 1 kg Schamotte.
So behauptet z.B. ein Hersteller, durch eine Mischung von ca. 80% Schamotte und ca. 20% Speckstein eine Erhöhung der Speicherkapazität von 30% (von 0,28 auf 0,364 Wh/kgK) zu erreichen. Um dies zu erreichen, müsste der beigemischte Speckstein eine Speicherkapazität von 0,70 Wh/kgK haben, was folgende einfache Gleichung zeigt.
80% * 0,28 Wh/kgK + 20% * 0,70 Wh/kgK = 0,364 Wh/kgK
Das ist aufgrund der gleichen spezifischen Speicherkapazität beider Materialien schlichtweg physikalischer Unsinn, der sogar in einer Gebrauchsmusterschrift behauptet wird. (Dokumentnummer für DPMA auf Anfrage)
In einem uns vorliegendem Gutachten TU Bergakademie Freiberg vom 22.7.2004 wurde ein Wärmespeicher (lt. Werbung "Stein der Weisen") dieses Herstellers untersucht, allerdings konnte bei chemischen und Mineralanalysen kein entsprechender Gehalt an MgO bzw. der Minerale Speckstein oder daraus entstandener Phasen nachgewiesen werden.
Mit solchen aggressiven und inhaltlich falschen Werbeaussagen soll eine Höherwertigkeit der Produkte gegenüber Wettbewerbern suggeriert werden. Über Minderqualität soll hinweggetäuscht werden, wie z.B. kleineren Oberflächen der Heizkörper oder unschönen Plastikverkleidungen. Zuletzt muss aber der enorme Kaufpreis gerechtfertigt werden, der oft bis zu 300% über denen der Wettbewerber liegt.

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